Ein Kind mit kniet am Ufer eines Bachs und hält ein Kescher ins Wasser; neben ihm steht ein blauer Eimer, im Hintergrund liegt Schnee.
Otto entlässt kleine Bachforellen in die Leutra: „Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann wieder.“

Veröffentlich am 24. April 2026 by Maik Dreßler

Wenn sich der Nachwuchs um den Nachwuchs kümmert

Ein kalter Samstagmorgen im Februar: knapp über null Grad, stellenweise liegt noch Schnee. Wir kochen uns eine Kanne Tee und fahren zum vereinseigenen Bruthaus nach Leutra. Dort angekommen machen sich Otto (8), Arno (11) und ihr Papa Maik trotz eisiger Temperaturen und kalter Finger auf den Weg ans Wasser – mit einer wichtigen Mission. Im Gepäck: rund 5000 Bachforellen-Setzlinge, bereit für ihren neuen Lebensraum.

Vom Ei zum Jungfisch

Engagierte Vereinsmitglieder zogen die etwa zwei Zentimeter langen Jungfische im Bruthaus auf. Bereits Ende des vergangenen Jahres gewannen sie zu diesem Zweck von Elterntieren Eier und Samen und befruchteten die Eier anschließend künstlich. Viel Arbeit und Sorgfalt waren seitdem nötig, damit aus befruchteten Eiern gesunde, muntere kleine Bachforellen heranwachsen. Die Jungfische, die wir heute in die Freiheit entlassen, sind nur ein kleiner Teil des Erfolges all der Mühen: In Rinnen und Becken wachsen weitere Forellen heran, die zu einem späteren Zeitpunkt und an anderen Bächen ausgesetzt werden.

Ein Kescher mit schwarzen Jungfischen liegt in einer blauen Kunststoffwanne, daneben feuchter Boden mit Laub.
Junge Bachforellen auf dem Weg in ihr neues Zuhause

Ein neues Zuhause für Mini-Forellen

Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl suchen wir in der Leutra Stellen, die geeignet sind, um die Fischchen dort auszusetzen. Unter anderem darf die Strömung nicht zu stark sein, sonst trägt sie das Wasser fort. Schließlich entdecken wir Stellen, die in unseren Augen den Mini-Forellen ein neues Zuhause bieten. Wir lassen die empfindlichen Jungfische behutsam ins Wasser gleiten. Unsere guten Wünsche begleiten sie und wir drücken die Daumen, dass sie ungestört heranwachsen.

Ein Kescher wird in einen kleinen, klaren Bach mit Laub am Ufer getaucht.
Vorsichtig werden die Jungfische mit einem Kescher in die Leutra gesetzt

Kalte Finger für den Naturschutz

Am Ende sind wir müde und durchgefroren – aber zufrieden. Denn diese Arbeit lohnt sich: Wir trugen unseren kleinen Teil dazu bei, die Bachforelle zu erhalten. Und als Vater freut es mich, dass ich meine Kinder begeistern konnte, sich für den Naturschutz zu engagieren.

Wer weiß, vielleicht begegnen wir der einen oder anderen Forelle in ein paar Jahren wieder, wenn sie groß und kräftig durch die Leutra zieht.

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