Vom ersten Tag an fasziniert
Die Arbeit lohnt sich, ist sich Sascha Steinhauer sicher. Er ist Teil des Bruthaus-Teams von Angeln in Jena und verbringt von Oktober bis Januar viele Stunden zwischen den Aufzuchtrinnen. Seit drei Jahren arbeitet er mit und schätzt den Ort. „Bei einem meiner ersten Besuche in Jena“, erinnert er sich, „warf ich einen Blick hinter die Kulissen und war sofort fasziniert von der Aufgabe.“
Das Bruthaus-Team wächst
So wie ihm geht es immer mehr Mitgliedern. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl derer, die mit anpacken, stetig gestiegen. Lange Zeit war das anders: Per Zemke und Torsten Herrmann betrieben das Bruthaus quasi allein. Sascha blickt erfreut auf diese Entwicklung: „Unser Team zählt zurzeit 15 Mitglieder, die sich für den Verein einsetzen. Wir ziehen an einem Strang, möchten die Arbeit fortführen und neue Ideen umsetzen.“ Die Gruppe ist bunt gemischt. Ein Großteil ist zwischen 35 und 55 Jahre alt und berufstätig. „Während der letzten Saison halfen auch Familien mit Kindern tatkräftig mit“, fügt er hinzu.
2025/2026 war eine gute Saison
Seine Bilanz der letzten Saison fällt positiv aus: „Es ist aufwendig, die vielen Termine und Arbeiten im Bruthaus abzustimmen. Am Ende waren aber immer genügend Menschen vor Ort. Wichtig ist eine feste Gruppe, auf die Verlass ist. Und das war und ist zum Glück der Fall.“ Mit den Zahlen ist er ebenso zufrieden. Von 200 Bachforellen gewann das Bruthaus-Team Rogen und Milch. Am Ende der Saison konnten 30.000 Jungfische in Bächen in der Saaleregion ausgesetzt werden.
Das Bruthaus stößt an Grenzen
Nachdenklich ergänzt er: „Bisher pflegten wir von Jahr zu Jahr mehr Bachforellenbrut. In meinen Augen zeigt das, wie erfolgreich wir arbeiten. Jetzt sind wir an einem Punkt, wo mehr nicht geht. Das gilt nicht nur für Rinnen und Becken im Bruthaus. Auch was das Arbeitspensum angeht, das ehrenamtlich zu stemmen ist, stoßen wir an Grenzen.“ Zu den Stunden, die in der Hochsaison anfallen, kommen noch viele weitere im Jahresverlauf hinzu. „Um die Alltagsaufgaben kümmern sich Per und Torsten. Vor allem diese stetige Arbeit über viele Jahre ist es, vor der ich den Hut ziehe“, betont Sascha.
Blick nach vorn
Die letzte Saison ist erst wenige Wochen vorbei, aber die Gruppe denkt schon an die nächste. Oder noch weiter voraus: Wie sieht das Bruthaus in Leutra in 10 Jahren aus? Bleibt es so, wie es ist? Kommen zusätzliche Becken hinzu? Werden auch andere heimische Fischarten vermehrt? „Ideen, wie das Bruthaus in Zukunft aussehen könnte, haben wir viele“, weiß Sascha. „Einige haben wir umgesetzt, auch eine große. Sie trägt seit letztem Jahr Früchte.“ Gemeint ist die Solaranlage. Sie deckt 30 Prozent des Strombedarfs und versorgt mittels eines Akkus das Bruthaus bei Stromausfällen
Verantwortung übernehmen
Beim Blick nach vorn steht für Sascha eins im Mittelpunkt: „Das Bruthaus-Team möchte die erfolgreiche Arbeit fortführen. Per und Torsten sind seit Jahren ein eingespieltes Duo. Sie haben das Bruthaus aufgebaut und weiterentwickelt. Die Arbeitsabläufe sind ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Gleichzeitig engagieren sich jüngere Menschen im Team und bringen neue Ideen ein.“ Von der großen Erfahrung und dem reichen Wissen von Per Zemke und Torsten Herrmann, die nahezu täglich vor Ort sind, profitieren alle.
Setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort, ist ihm um die Zukunft des Bruthauses nicht bange. Noch einmal Sascha: „Das Bruthaus-Team wächst, immer mehr Menschen helfen mit und übernehmen Verantwortung. Das hilft enorm, um die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen und neue Ideen umzusetzen.“
Wer Lust hat mitzuarbeiten, ist herzlich willkommen und sollte sich Tage im Herbst freihalten: Die nächste Bruthaus-Saison beginnt im Oktober.