Eine Gruppe von Menschen in Outdoor-Kleidung steht auf einem herbstlichen Waldweg und schaut in dieselbe Richtung.
Letze Abstimmungen vor dem Umsetzen der Laichfische

Veröffentlich am 22. Mai 2026 by Thomas Pohler

Bruthaus-Saison 2025/2026 – persönliche Bilanz und Blick nach vorn

Laichreife Bachforellen ins Bruthaus bringen, Forellen abstreifen, Rogen künstlich befruchten, Eier in Brutboxen betten, die Forellenbrut pflegen, Jungfische in Bächen aussetzen – im Herbst und Winter ist Hochsaison im Forellenbruthaus in Leutra. Ziel der Mühen ist es, die Population der Bachforelle in der Saale und ihren Nebengewässern zu sichern.

Vom ersten Tag an fasziniert

Die Arbeit lohnt sich, ist sich Sascha Steinhauer sicher. Er ist Teil des Bruthaus-Teams von Angeln in Jena und verbringt von Oktober bis Januar viele Stunden zwischen den Aufzuchtrinnen. Seit drei Jahren arbeitet er mit und schätzt den Ort. „Bei einem meiner ersten Besuche in Jena“, erinnert er sich, „warf ich einen Blick hinter die Kulissen und war sofort fasziniert von der Aufgabe.“

Eine Forelle liegt in einem Fischernetz.
Laichreife Bachforelle

Das Bruthaus-Team wächst

So wie ihm geht es immer mehr Mitgliedern. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl derer, die mit anpacken, stetig gestiegen. Lange Zeit war das anders: Per Zemke und Torsten Herrmann betrieben das Bruthaus quasi allein. Sascha blickt erfreut auf diese Entwicklung: „Unser Team zählt zurzeit 15 Mitglieder, die sich für den Verein einsetzen. Wir ziehen an einem Strang, möchten die Arbeit fortführen und neue Ideen umsetzen.“ Die Gruppe ist bunt gemischt. Ein Großteil ist zwischen 35 und 55 Jahre alt und berufstätig. „Während der letzten Saison halfen auch Familien mit Kindern tatkräftig mit“, fügt er hinzu.

Eine Person streicht mit einem Tuch über den Bauch eines Fisches, um dessen Eier in eine Schüssel zu gewinnen.
Eine Bachforellen-Weibchen wird vorsichtig abgestrichen, um die Eier zu gewinnen
Viele kleine Fische auf einem gelochten Metallgitter.
Bachforellenbrut mit Dottersack

2025/2026 war eine gute Saison

Seine Bilanz der letzten Saison fällt positiv aus: „Es ist aufwendig, die vielen Termine und Arbeiten im Bruthaus abzustimmen. Am Ende waren aber immer genügend Menschen vor Ort. Wichtig ist eine feste Gruppe, auf die Verlass ist. Und das war und ist zum Glück der Fall.“ Mit den Zahlen ist er ebenso zufrieden. Von 200 Bachforellen gewann das Bruthaus-Team Rogen und Milch. Am Ende der Saison konnten 30.000 Jungfische in Bächen in der Saaleregion ausgesetzt werden.

Das Bruthaus stößt an Grenzen

Nachdenklich ergänzt er: „Bisher pflegten wir von Jahr zu Jahr mehr Bachforellenbrut. In meinen Augen zeigt das, wie erfolgreich wir arbeiten. Jetzt sind wir an einem Punkt, wo mehr nicht geht. Das gilt nicht nur für Rinnen und Becken im Bruthaus. Auch was das Arbeitspensum angeht, das ehrenamtlich zu stemmen ist, stoßen wir an Grenzen.“ Zu den Stunden, die in der Hochsaison anfallen, kommen noch viele weitere im Jahresverlauf hinzu. „Um die Alltagsaufgaben kümmern sich Per und Torsten. Vor allem diese stetige Arbeit über viele Jahre ist es, vor der ich den Hut ziehe“, betont Sascha.

Dieses Video wird von YouTube eingebettet.

Blick nach vorn

Die letzte Saison ist erst wenige Wochen vorbei, aber die Gruppe denkt schon an die nächste. Oder noch weiter voraus: Wie sieht das Bruthaus in Leutra in 10 Jahren aus? Bleibt es so, wie es ist? Kommen zusätzliche Becken hinzu? Werden auch andere heimische Fischarten vermehrt? „Ideen, wie das Bruthaus in Zukunft aussehen könnte, haben wir viele“, weiß Sascha. „Einige haben wir umgesetzt, auch eine große. Sie trägt seit letztem Jahr Früchte.“ Gemeint ist die Solaranlage. Sie deckt 30 Prozent des Strombedarfs und versorgt mittels eines Akkus das Bruthaus bei Stromausfällen

Drei Männer in Anglerkleidung stehen im Freien, einer lacht und zeigt nach vorne, im Hintergrund ist ein Auto zu sehen.
Pause nach getaner Arbeit: Sascha Steinhauer (Bildmitte) und Erik Förster

Verantwortung übernehmen

Beim Blick nach vorn steht für Sascha eins im Mittelpunkt: „Das Bruthaus-Team möchte die erfolgreiche Arbeit fortführen. Per und Torsten sind seit Jahren ein eingespieltes Duo. Sie haben das Bruthaus aufgebaut und weiterentwickelt. Die Arbeitsabläufe sind ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Gleichzeitig engagieren sich jüngere Menschen im Team und bringen neue Ideen ein.“ Von der großen Erfahrung und dem reichen Wissen von Per Zemke und Torsten Herrmann, die nahezu täglich vor Ort sind, profitieren alle.

Setzt sich die Entwicklung der letzten Jahre fort, ist ihm um die Zukunft des Bruthauses nicht bange. Noch einmal Sascha: „Das Bruthaus-Team wächst, immer mehr Menschen helfen mit und übernehmen Verantwortung. Das hilft enorm, um die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen und neue Ideen umzusetzen.“

Wer Lust hat mitzuarbeiten, ist herzlich willkommen und sollte sich Tage im Herbst freihalten: Die nächste Bruthaus-Saison beginnt im Oktober.

Lies mehr zu Bruthaus