Wie alles begann
Erik Förster war noch nicht lange Mitglied im Verein, als ihm das große, ungenutzte Dach unseres Bruthauses auffiel. „Warum nutzen wir diese Fläche nicht, um einen Teil unseres Stroms selbst zu erzeugen?“, fragte er sich. „Schließlich laufen die Frischwasserpumpen nahezu rund um die Uhr, verbrauchen kontinuierlich Strom und verursachen erhebliche Kosten.“
Die Begutachtung des Daches ergab, dass sich das Dach für eine Photovoltaikanlage eignet. Auch die Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen sprach dafür, die Anlage zu installieren. Die Mitgliederversammlung stimmte dem Vorhaben einstimmig zu und die Planung konnte beginnen.
Eine Lösung ohne Löcher im Dach
Die größte Herausforderung war die Befestigung der Solarmodule. Das Metalldach des Bruthauses sollte nicht durchbohrt werden, gleichzeitig musste die Konstruktion dem Wind dauerhaft standhalten. Gemeinsam mit Sven Huthuff entwickelte Erik eine Konstruktion mit beschwerten Betonborden.
Berechnungen und praktische Tests bestätigten, dass die Anlage sicher montiert werden kann – ganz ohne Eingriff in die Dachhaut. Bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz brachten rund zehn Vereinsmitglieder die Anlage schließlich aufs Dach.
Die erste Bilanz
Die vier Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 1,8 kWp erzeugten im ersten Betriebsjahr von März 2025 bis März 2026 rund 1.650 kWh Solarstrom. Damit deckte die Anlage etwa 40 Prozent des Strombedarfs unseres Bruthauses. Gleichzeitig konnten rund 660 Euro Stromkosten eingespart werden.
Noch wichtiger ist für uns jedoch die höhere Betriebssicherheit. Der Batteriespeicher der Anlage versorgt das Bruthaus bei einem Stromausfall bis zu vier Stunden weiter. Im ersten Betriebsjahr wurden dadurch vier Stromausfälle überbrückt. Zwei davon wären vermutlich unbemerkt geblieben, bei den zwei anderen hätte die unterbrochene Wasserversorgung die Bachforellenbrut gefährdet.
Nach dem erfolgreichen ersten Jahr soll die Batteriespeicherung weiter ausgebaut werden. So wird unser Bruthaus künftig noch unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz – und unsere Fischaufzucht noch besser abgesichert.
„Wir sind sehr stolz auf die Bilanz unserer Photovoltaik-Anlage. Mit dem selbst erzeugten Solarstrom senken wir dauerhaft unsere Energiekosten. Mindestens genauso wichtig ist aber die höhere Versorgungssicherheit für unsere Fischaufzucht.“
Erik Förster, Initiator des Projekts
Ein Gemeinschaftsprojekt
Von der ersten Idee bis zur Montage wurde das Projekt fast vollständig ehrenamtlich umgesetzt. Unser besonderer Dank gilt Sven Huthuff für seine fachliche Unterstützung, allen Helferinnen und Helfern beim Aufbau sowie der Thüringer Ehrenamtsstiftung, die das Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms „Aktiv vor Ort“ förderte.